Von Prof. Dr. Harald G. Schweim
In den Medien wird die „Großwildjagd“ fast nur negativ dargestellt. Viele Menschen denken dabei reflexhaft an die Jagd auf die „Big Five“: Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn. Doch das ist im 21. Jahrhundert falsch, weil einerseits die meisten Jäger (aus ethischen, wie ich, oder monetären Gründen) nicht auf die „Big Five“ jagen und andererseits heute auch die Jagd z.B. auf wehrhafte Antilopen unter die Klassifizierung „Großwild“ fällt. Denn es wurde beobachtet, dass z.B. Oryx-Antilopen sich auch gegen Löwen erfolgreich verteidigen können und verletzte Oryx können Jäger in Lebensgefahr bringen. „Jagd im Ausland“ heißt für mich nicht nur Afrika. Bevor ich z.B. das erste Mal nach Afrika zum Jagen flog, hatte ich in Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn und der Türkei gejagt.
In diesen Ländern habe ich auf Wild gejagt, das grundsätzlich auch in Deutschland vorkommt, Schwarzwild, Rehwild, Damwild und Rotwild. Hier allerdings nur Trophäenträger, möglichst alt und stark. Beispiele: Bei Rehen ist die Zahnabnutzung in der Regel so stark, dass sie selten ein Alter von mehr als zehn bis zwölf Jahren erreichen1. Also ist das „Zielalter“ für Böcke 7+, weil sie von da an zurücksetzen. Physisch ausgewachsen sind Wildschweine2 im Alter von fünf bis sieben Jahren. Bei Keilern ist das Maximalalter in freier Wildbahn auch zehn bis zwölf Jahren. Hier ist das Zielalter also 8+. Real werden in Deutschland beide Wildarten selten so alt, Rehe (im Mittel) nur etwas über 2 Jahre und Sauen etwa 2-3 Jahre. Generell werden allerdings 40 Prozent der Sterbefälle von Rehwildpopulationen durch andere Faktoren als durch jagdliche Nutzung verursacht. Die jährliche natürliche Sterblichkeitsrate von Sauen beträgt etwa 50 %. Sowohl Böcke als auch Keiler in den jagdlich anzustrebenden Altersklassen kann man in Deutschland (fast) nicht mehr erlegen.
Vergleichbares gilt für die von mir erlegten Dam- und Rothirsche (in Polen und Ungarn), mit der Ausnahme, dass ich, (bevor der Wolf kam), Damhirsche im Zielalter (8+) noch in Brandenburg erlegen konnte. Die gibt es – dank „Bruder Wolf“ – dort nicht mehr. Die Zahl der in Deutschland in freier Wildbahn lebenden Wölfe ist für unsere Kulturlandschaft viel zu hoch. Im Monitoring-Jahr 2024/2025 wurde aus den Bundesländern das Vorkommen von insgesamt 219 Wolfsrudeln, 43 Wolfspaaren und 14 sesshaften Einzelwölfen bestätigt. Die meisten Wolfsrudel lebten in
Brandenburg und Niedersachsen (je 54), gefolgt von Sachsen (35). Die Größe eines Wolfsrudels variiert in der Regel zwischen acht und zwölf Tieren. Hochgerechnet sind das ca.2300 Wölfe. Die skandinavische Wolfspopulation umfasst Wölfe in Schweden und Norwegen. Im dünn besiedelten Schweden, das 23,3 Einwohner je km² hat, (Deutschland 235 !! Einwohner je km²), war bisher für die Sicherung des Bestands eine Untergrenze von 300 Tieren und gleichzeitig eine „ertragbare“ Obergrenze festgelegt wobei die Population durch Lizenzjagd und Managementmaßnahmen reguliert wird. Jährlich werden in Schweden Hunde von Wölfen verletzt oder getötet. Die Zahlen liegen meist im Bereich von etwa 10 bis 20 getöteten Hunden pro Jahr, überwiegend Jagdhunde während der Jagdsaison in Wolfsrevieren. Fünf Rudel mit 30 Wölfen wurden von den Behörden für 2025 frei gegeben. Das sind 8% der offiziell festgestellten Wolfspopulation in Schweden. Jedenfalls liegt die Jagdquote deutlich unter der Reproduktion. Seit 2010 führt Schweden solche Reduktionsabschüsse durch. Die konservativ-liberale Minderheitsregierung, die von den rechten Schwedendemokraten unterstützt wird, will dies ändern. Die Population soll dauerhaft auf 170 Stück abgesenkt werden.
Beim Rothirsch4 (14+) – der selbst wesentlich seltener „Wolfsbeute“ wird ( Einem Einzelwolf schlägt durch Schlagen mit den Hufen – z.B. in Verteidigung ihres Kalbes – selbst eine Hirschkuh leicht den Schädel ein, der Wolf als Opportunist greift da lieber Haustiere) nehmen unter idealen Bedingungen nehmen sowohl die Länge der Geweihstangen, das Geweihgewicht und die Enden-Zahl (natürlich selten mehr als 20) bis etwa zum zwölften Lebensjahr zu, danach beginnt sich das Geweih zurückzuentwickeln.
Ich selbst bin bekennender Fleisch- und Trophäenjäger im Revier und Ausland. Grundsätzlich wird im Revier nichts geschossen, was nicht verwertet wird, mit Ausnahme der Krähen, (auf Wunsch unserer Landwirte, denen diese die Silage-Folien zerstören), und weil sie Junghasen töten. Aber auch im Revier jage ich selektiv. Da wir im Revier kaum Niederwild (wie Fasane, Rebhühner, Kaninchen), außer Tauben, Hasen und Rehe haben, schieße ich keine Füchse (ich mag sie nicht essen, obwohl es viele Rezepte gibt, z.B.5). Darüber hinaus nehme ich mir die Freiheit keine noch geführten Kitze und keine „Streifenhörnchen“ bei Sauen zu schießen, obwohl es jagdlich zur Seuchenbekämpfung korrekt wäre. Im heimischen Revier für „den eigenen Kochtopf“, im Ausland für die Trophäe. Als „Kind des ländlichen Raumes“ (ich bin gebürtiger Schleswig-Holsteiner mit dänischen Vorfahren) ist Jagd „vierte Fruchtfolge“: Für dass, was die Tiere an landwirtschaftlichen Erzeugnissen fressen, entnehmen wir ab- und -an eine „Braten“ aus der Natur. Es ist bestes „Bio-Fleisch“, frei von wachstumsfördernden synthetischen Hormonen u.a. Und – wenn waidgerecht sauber geschossen – mit deutlich geringerer „Leidensphase“ vor dem Tod (das Wild ist tot, bevor der Knall es erreicht) als jedes Schlachttier auf
dem Schlachthof. Glauben Sie mir, ich habe im Rahmen meines Lebensmittelstudiums Erfahrungen auf dem Schlachthof sammeln müssen.
Die Jagd in Afrika ist nichts für Jagdanfänger. Neben dem gefährlichen Wild selbst ist es unwegsames Gelände, man pirscht zu Fuß, und daher mit körperlichen Anstrengungen verbunden. Ein „waidgerechter“ Jäger schießt nicht vom Geländewagen aus, sondern ausschließlich „vom Erdboden“ (stehend mit Schießstock, sitzend, liegend usw.). Den besonderen Reiz dieser Jagd stellen neben diesen Schwierigkeit die Trophäen dar. Diese sind für viele Jäger – auch für mich - ein Erinnerungsstück an ein einmaliges Erlebnis. In vielen Ländern der Erde ist die Trophäenjagd auf erlaubt und für die Länder von wesentlicher Bedeutung für die Einnahmen. Namibia hat eine lange Tradition des Lebens in Harmonie mit der Tierwelt. Viele Namibier verfügen bereits über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Fährtenlesen, Tierverhalten und nachhaltige Ressourcennutzung. Der Jagdtourismus hat z.B. in Namibia 15.000 Jobs geschaffen.
Romeo Muyunda, der Sprecher des Umweltministerium, fügte hinzu, dass die Jagd zum Wirtschaftswachstum beitrage: „Guter Naturschutz und professionelles Wildlife Management
ermöglichen eine nachhaltige Nutzung unserer Wildtiere. Es ist in unserem gemeinsamen Interesse, dass wir unsere Ressourcen auch weiterhin sinnvoll nutzen. Durch die Erzielung von Einkommen für die Wilderei-Bekämpfung und die ländlichen Gemeinden tragen die Jäger direkt zu Namibias international anerkanntem Erfolg im Naturschutz bei.“ Und im Gespräch damals mit mir als Präsident des „Interessenverbandes der Auslandsjäger e.V.“ fügte er hinzu: „Der normale Tourismus mit ‚Kuck-Safaris‘ bringt nur einen Bruchteil der Einnahmen wie der Jagd-Tourismus. Ich brauche drei Busse voll Neckermann-Touristen um die Einnahmen einer Jagdgesellschaft zu erzielen“. Die meisten Jäger kommen aus den USA und Deutschland. Rund 30 Millionen Euro nehmen die privaten Jagdfarmen ein. Knapp sieben Millionen Euro erwirtschaften die Hegegemeinschaften im Lande jedes Jahr durch die Jagd. Diese Mittel bleiben bei den ländlichen Gemeinden. Mit 700.000 Euro im Jahr durch Lizenzen und Jagdscheine verdient auch der Staat mit. Diese Einnahmen fließen aber direkt in einen Trustfonds, der Naturschutz finanziert. Dies trifft auch für die Fleischerträge zu, die die Hungersnot in Namibia begrenzen helfen6. Das Angebot der Jagd birgt zusätzlich eine Vielzahl von positiven Entwicklungsmöglichkeiten für die Kommunen und Regionen. Dies wird auch von der internationalen Artenschutzkonferenz (CITES7) anerkannt. Jagd durch Ausländer stärken somit den Schutz von Wild und Mensch in Afrika. Die Jagd ist überall stark reguliert und es ist schwierig (und teuer) Lizenzen für außergewöhnliches Wild zu erlangen. Für das Jagdjahr 2025 hatte das namibische Umweltministerium fünf alte, nicht mehr reproduktionsfähige männliche Spitzmaulnashörner (Black Rhinos) zur Trophäenjagd ausgeschrieben. Die Jagdrechte wurden nicht zu einem festen Preis verkauft, sondern an professionelle Jagdanbieter versteigert bzw. ausgeschrieben; das Ministerium verlangte finanzielle Gebote. Es handelt sich ausschließlich um von der Regierung ausgewählte alte Bullen, die nach Auffassung der Wildbiologen keinen Beitrag mehr zur Fortpflanzung leisten und teilweise jüngere Bullen verdrängen. Das Geld fließt direkt in den Nashornschutz (z.B. zur Bezahlung von „Rangern“). Die Wissenschaft hat gezeigt, dass der gezielte Abschuss alter Bullen, jenseits des Fortpflanzungsalters, dem Wachstum der Herden diene, da diese Tiere oft jüngere Rivalen oder sogar Kühe und Kälber töten. Welches Wild ein Jäger jagt, liegt alleine in seinen Wünschen, seinen Möglichkeiten, seiner Verantwortung und seinem Geldbeutel, sieht man einmal von den „Freigaben“ durch den Jagdführer („professional hunter“), ab. Die jagdethischen und jagdlichen Vorstellungen des Jägers sind also individuell und entscheidend.
Was passiert mit dem Fleisch der erlegten Trophäenträger in Afrika? Nun, ich habe eine Geschichte dazu von meinem amerikanischen Jagdfreund John McAdams, die von einer seiner Safaris stammt. Schon am dritten Jagdtag, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, hatte ich die Gelegenheit, einen dieser prächtigen Kaffernbüffel zu erlegen, nach denen wir gesucht hatten. Er brach in einem dichten Gewirr aus schulterhohem Gras, riesigen Termitenhügeln und struppigen Bäumen zusammen, etwa eine Meile von einer Straße entfernt. Wir hatten gerade noch genug Zeit, um Fotos zu machen, bevor die Sonne unterging. Dann begann die eigentliche Arbeit. Einer der Fährtenleser ging zurück zum Geländewagen, ein anderer holte Verstärkung im Camp und kehrte dann zum Fundort des Tieres zurück. Dort fällten wir mit einer Axt Bäume, um mit dem Land Cruiser direkt zu der Stelle zu fahren, wo der Büffel gefallen war. Währenddessen begannen der andere Fährtenleser, der Berufsjäger, mein Vater und ich, den Büffel zu zerlegen. Es ging schneller, als die Männer aus dem Camp eintrafen, aber ein Kaffernbüffel ist ein wirklich großes Tier (ein ausgewachsener Bulle wiegt 700 Kilo oder mehr), und wir brauchten fast den ganzen Abend, um den Büffel zu zerlegen und auf den Wagen zu laden. Wir nahmen alles mit: Die vier Keulen, die Rippen, die Rückenfilets, die Filets, das Nackenfleisch, den Kopf, die Haut und sogar alle Innereien bis auf den Inhalt des Verdauungstrakts und ließen ihn am Fundort zurück, aber ansonsten war von dem Büffel nichts mehr übrig als ein nasser Fleck auf dem Boden, als wir fertig waren. Ich war wirklich beeindruckt, wie schnell wir die Arbeit erledigt hatten und wie gründlich die Männer waren, aber wir waren noch nicht ganz fertig. Etwas von dem Fleisch nahmen wir am Abend mit zurück ins Camp und aßen es später während der Jagd. Bevor wir aber ins Camp zurückkehrten, machten wir im nächsten Dorf Halt und gaben den Großteil des Büffelfleisches dem Dorfältesten, damit er es an die Dorfbewohner verteilen konnte. Wir jagten noch einige Tage in dem Gebiet weiter, bis mein Vater seinen Büffel erlegt hatte (und wiederholte den Vorgang wie beschrieben). In den folgenden Tagen hielten uns viele Leute unterwegs an, um sich für das Fleisch zu bedanken (einer schenkte mir sogar ein Geschossrest, den er in seinem Anteil gefunden hatte). Die Antwort ist also, dass jedes einzelne Stück Fleisch von jedem erlegten Tier verwendet wird. Einen Teil davon essen Sie während Ihres Aufenthalts, und das Fleisch dient der Versorgung der
Campmitarbeiter und ihrer Familien für den Rest des Jahres. Alles andere wird an Bedürftige verteilt.
Und ja, das meiste davon schmeckt wirklich gut. Büffelfleisch ist lecker, aber nicht mein Lieblingsfleisch. Impala, Streifengnu und Kudu sind allesamt hervorragend, aber Hartebeest, Elenantilope und vor allem Oryx sind unvergleichlich. Fast alles, was man in Afrika jagt, schmeckt fantastisch, wenn es gut zubereitet wird. In Afrika habe ich mich entschieden, nur auf die dort reichlich vorkommende Antilopen plus Warzenschweine zu jagen. Möglicherweise – wenn ich dafür nicht zu alt wäre – stände auch der Büffel noch auf meiner Liste. So habe ich Impala, Hartebeest, Springbock, Oryx, Wasserbock, Kudu, Weißwedelgnu, Streifengnu und Warzenkeiler bejagt. Hier ist das Ziel möglichst ein altes Tier mit starker Trophäe am Ende seiner Reproduktionsphase (oder danach) zu erlegen. Auch hier leiste ich mir Tiere, nicht zu bejagen. Duiker, Klippspringer und Steinböckchen z.B. schieße ich nicht. Alle katzen- und hundeartigen, Giraffe, alle pferdeartigen (Zebras) und Affen sowie Flusspferd oder Krokodile und Flugwild sind für mich tabu. Die „Big Five“ sowieso. Eine Großkatze würde ich nur in Notwehr oder als Nothilfe töten, sollte sie mich oder einen meiner Begleiter oder unsere Hunde angreifen. Warum würde ich dann schießen? Nach meinen ethischen Vorstellungen ist das menschliche Leben das höchste Gut, direkt danach kommen für mich meine (Jagd-) Hunde.
Ein wichtiges „Vergehen“ der Trophäenjagd-Gegner ist, ihr eigene westlich geprägte Ansicht nicht an den Vorstellungen der Einheimischen zu messen. Philda Nani Kereng, Botswanas Ministerin für Umwelt und Tourismus, reiste kürzlich nach London, um auf die möglichen Folgen eines von der britischen Regierung hinzuweisen. Die Daily Mail veröffentlichte einen ganzseitigen Leitartikel von Kereng, in dem sie einige der Gründe darlegt, warum ein geplanten Verbots der Einfuhr von Jagdtrophäen katastrophale Folgen für die Naturschutzbemühungen in Botswana und vielen anderen afrikanischen Ländern haben könnte. Kereng wagt in ihrem Artikel eine Gratwanderung: Sie räumt ein, dass manche Menschen, vor allem diejenigen, die an Orten leben, die weit von Konflikten mit afrikanischen Wildtieren wie Löwen, Büffeln und Elefanten entfernt sind, es abstoßend finden, wenn ein Jäger eines dieser Tiere tötet (Auszüge):
Letzten Monat nahm ich an der Beerdigung von zwei Dorfbewohnern in meinem Heimatland Botswana teil. Beide waren im Teenageralter und wurden auf tragische Weise von angreifenden
wilden Büffeln getötet, als sie auf dem Weg zur Schule und zur Arbeit waren. Traurigerweise war dies kein Einzelfall. Nur wenige Wochen später erhielt ich die herzzerreißende Nachricht, dass ein junger Vater auf dem Weg zu seiner Farm in einem kleinen Dorf im Okavango-Delta von einem Elefanten getötet worden war und eine Witwe und Kinder hinterließ. Die Beerdigung von Familienmitgliedern, die von wilden Tieren getötet wurden, oder der Verlust ganzer Ernten durch marodierende Elefantenherden sind in meinem Land nur allzu häufig. Unser Leben ist untrennbar mit den wilden Tieren verbunden, die unser Zuhause teilen. Doch das ist eine Realität, die wohlmeinenden Menschen im Westen oft nicht bewusst ist. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist die afrikanische Tierwelt nur eine sentimentale Showeinlage in einer Naturdokumentation.
Sie weist jedoch auch darauf hin, dass die so genannte "Trophäenjagd" für die örtliche Bevölkerung lebenswichtig und für die Wildtierpopulationen im Allgemeinen von Nutzen ist. Darüber hinaus hat Botswana vor kurzem ein Experiment durchgeführt, bei dem die Jagd für mehrere Jahre weitgehend verboten wurde, was zu nahezu katastrophalen Ergebnissen sowohl für die Menschen als auch für die Wildtierpopulationen in Botswana führte. Die Wiedereröffnung der Trophäenjagd kommentierte sie so: Es handelt sich um eine Maßnahme zum Schutz der Wildtiere, die Einnahmen generiert, die zur Bekämpfung der illegalen Wilderei, zur Unterstützung der Gemeindeentwicklung und zur Verbesserung des Schutzes von Lebensräumen eingesetzt werden. Durch die Einnahmen aus der Jagd wurden Dörfer mit sauberem Wasser und Strom versorgt, Straßen und Schulen gebaut, Unternehmen gegründet und notleidende Familien unterstützt. Außerdem wurden Wasserstellen für Tiere geschaffen, die sicher außerhalb der Dorfgrenzen liegen, und tierschutzgerechte Zäune errichtet, die die Dorfbewohner alarmieren können, wenn Wildtiere in der Nähe sind. Leider konzentrieren sich die Menschen im Westen allzu oft nur auf das Wohlergehen der Tiere, während das menschliche Leben in Afrika auf der Strecke bleibt. Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi fasste dies 2019 sehr schön zusammen, als er sagte, dass westliche Politiker zu glauben scheinen, dass auf unserem riesigen Kontinent keine Menschen leben. Er ist nur ein großer Zoo", wie er es ausdrückte. Und sie sind die Tierpfleger". Über Wildtiere zu sprechen, ohne das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen zu berücksichtigen, ist ein schrecklicher Irrtum - deshalb stellt die botsuanische Regierung neben der nachhaltigen Entwicklung auch die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik. Wie funktioniert das also in der Praxis? Seit den 1980er Jahren haben wir mit Unterstützung des Vereinigten Königreichs ein gemeindebasiertes Programm zur Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen eingeführt, bei dem den Gemeinden Jagdquoten zugeteilt werden, die von einer von den Dorfbewohnern gegründeten Stiftung verwaltet werden. Sobald sie ihre Quote erhalten haben, können sie globale Partner finden, die für das Jagdrecht bezahlen. Diese Rechte werden streng kontrolliert, und die Jagd ohne Genehmigung wird mit einer hohen Gefängnisstrafe von fünf bis zehn Jahren bestraft. Die Einnahmen aus diesen Genehmigungen fließen direkt in die Kassen der Gemeinden. Im vergangenen Jahr hat unsere Regierung mit einer "Sonderquote" von 70 Elefanten 1.635.000 Pfund eingenommen, die in die Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Gemeinden geflossen sind. Diese dringend benötigte Infrastruktur und finanzielle Unterstützung verbessert das Leben vieler der 2,5 Millionen Einwohner Botswanas und spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Harmonie zwischen Mensch und Tier. Das ist lebenswichtig. Jeder, der in unserem Land auf dem Land lebt, weiß, dass ein Leben inmitten von Wildtieren ein Leben mit Risiken bedeutet. In Botsuana gibt es mehr Elefanten als in jedem anderen Land der Welt, und entgegen den Behauptungen mancher Leute sind sie dort keineswegs vom Aussterben bedroht.
Ob sie damit die Hirne von „Trophäenjagd-Gegner“ erreicht hat und diese zum Nachdenken bringt?